„DHL – Lokal handeln“ ist auf der ganzseitigen Anzeige eines Printmagazins zu lesen. Der deutsche Logistikkonzern schickt sich an, die Corona-Pandemie im Sinne des Cause-related-Marketings zu nutzen und rührt die Trommel damit auch für Infrastrukturgeber lokaler Online-Marktplätze wie atalanda oder sortimentsfokussierte Online-Marktplätze wie schuhe.de der Verbundgruppe ANWR.

Werden in der Print-Anzeige noch die üblichen Verdächtigen genannt (Zalando und eBay), überrascht die eigentliche Landing Page mit DHL-Partnerunternehmen, die Sie seit Jahren auch schon in unserer Datenbank digitaler (City-)Initiativen porträtiert finden: atalanda oder Schuhe24 der Schuh Benner GmbH & Co. KG.

Darunter ist auch „eBay lokal“ – wohlgemerkt nicht eBay City. Hinter „eBay lokal“ verbirgt sich eine lokal kontextualisierte Suchmaschine des bekannten Online-Marktplatzes, die auf dem Mutterschiff eBay.de bisher nur zaghaft beworben wird. „eBay lokal“ wurde bereits 2016 in Großbritannien eingeführt.

Zalando ist bisher seltsamerweise gar nicht auf der in der Anzeige genannten Landing Page www.DHL.de/lokal-einkaufen vertreten. Klickt man sich allerdings etwas durch die Teaser, landet man auf www.dhl.de/de/geschaeftskunden/paket/dhl-lokal-handeln/online-verkaeufer-werden.html, wo Zalando mit seinem Connected-Retail-Ansatz genannt ist (mehr dazu auch im Buch „Local Commerce“, S. 77f.).

Als relevant stuft die DHL im Rahmen ihrer Kampagne offenbar auch die Plattform „Shopdaheim“ ein, hinter der sich bisher allerdings nur ein Online-Branchenbuch verbirgt, das unter Verantwortung der Thalia Bücher GmbH steht. Hier wünscht man sich als Kommunalberater sicherlich auch die Nennung von Initiativen wie Buy Local oder genialokal.

atalanda darf die Nennung durchaus als Bestätigung seiner guten und zielgerichteten Arbeit in den letzten Jahren sehen – zumal man bereits 2014 in der „Online City Wuppertal“ mit der DHL als Projektpartner die taggleiche Lieferung für den dort noch heute betriebenen lokalen Online-Marktplatz eingeführt hat.

Es wird aber auch deutlich, das manch andere Unternehmen aus dem Local Commerce wie Locamo oder Lozuka bisher nicht aufgeführt sind. Was nicht ist, kann ja noch werden.

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