Einem Bericht der „Presse“ vom 22. Juni 2020 zufolge will die Östereichische Post noch in diesem Jahr die Marke von 1.000 Händlern auf dem von ihr betriebenen Online-Marktplatz Shöpping.at knacken.

Derzeit sind rund 800 Marktplatzteilnehmer versammelt. Denn der Lockdown sorgte auch auf der Infrastruktur von und für den östereichischen (Online-)Handel für mehr Interesse – sowohl seitens der Kunden als auch seitens der teilnehmenden Marktplatzakteure. Nichts desto trotz weiß Shöpping-Geschäftsführer Robert Hadzetovic die Kirche im Dorf zu lassen: „Die sind ja so groß und so weit weg von uns, dass man die ja nicht einmal als Konkurrenz sehen möchte“, urteilt er über die schier allmächtige Konkurrenz Amazon. Letztere liegt mit annähernd 1 Mrd. Euro Umsatz in und mit der Alpenrepublik weit vor der eigentlichen Konkurrenz Zalando und Unito.

Für 2020 prognostiziert Shöpping.at 60 Mio. Euro Umsatz und wäre dann immerhin Nr. 4 im österreichischen Online-Markt. „Die Presse“ zitiert jedoch einen angriffsbereiten Hadzetovic: „Und wenn man es schafft, 150 bis 200 Mio. Euro Umsatz zu machen, dann gilt es zu feiern“, so der Shöpping.at-Chef. Denn schwarze Zahlen schreibt Shöpping.at noch nicht. Das dürfte im Übrigen auch kein seriöser E-Commerce-Experte vermutet haben, denn der Marktplatz ist erst im April 2017 gestartet.

Gegen Kritik musste sich die AT-Post ohnehin schon von Anfang an wehren. Wo aber der DHL in Deutschland mit „Allyouneed“ und später mit „AllyouneedCity“ die Luft ausging, beweist die Österreichische Post bisher Standvermögen. Und vermutlich spielt ihr nun eine kleine Spur Zeitgeist in die Karten: Seit Corona ist zumindest eine Teilsensibilisierung der Kunden wahrnehmbar, beim Klick auf den Warenkorb darauf zu achten, wer am Ende das Geld bekommt.

Spannend wird nun zu beobachten sein, wie Shöpping.at mit dem Vorstoß des heimischen Wirtschaftsministeriums umgeht, ein „Kaufhaus Österreich“ aufbauen zu wollen.