Innenstädte stehen seit einigen Jahren unter enormen Handlungsdruck. Als Hintergrund lassen sich die vielfältigen Veränderungen der menschlichen Alltagswelt, die von einem veränderten Freizeit- und Einkaufsverhalten bis hin zum Wunsch nach einer nachhaltigen Stadtentwicklungspolitik reichen, identifizieren. Zusätzlich stellen auch die Digitalisierung und der damit einhergehende Einfluss des Online-Handels weitere Probleme der Innenstädte dar. Verstärkt durch die Auswirkungen der Corona-Krise, gilt es, neue und innovative Projekte zu etablieren, sodass die Zentren dem negativen Trend entgegenwirken. Der neue Projektpool „Stadtimpulse“ gibt eine Übersicht über bewährte und geprüfte Lösungen aus ganz Deutschland.

Gemeinsam mehr erreichen

Initiiert durch ein großes Bündnis führender Fachverbände und Institutionen für Städte und Gemeinden in Deutschland wurde der Best-Practice-Projektpool am 3. Mai 2021 auf dem Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik der Öffentlichkeit vorgestellt. Zu den Initiatoren zählen neben dem Handelsverband Deutschland (HDE), der Deutsche Städtetag (DST) sowie der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) auch die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland (bcsd). Die durch die CIMA Beratung + Management GmbH entwickelte Plattform wird durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert.

Hilfe für Alle – Nachmachen erwünscht

Kategorien des Best-Practice-Datenpools „Stadtimpulse“ (Foto: screenshot, cima.digital)

Gegenwärtig umfasst der Best-Practice-Datenpool „Stadtimpulse“ 27 Projekte aus ganz Deutschland (Stand: Mai 2021). Durch die Untergliederung in die folgenden acht Kategorien, wird eine vereinfachte Suche möglich:

  • Standortförderung und Leerstand
  • Erlebnis- und Lebensraum
  • Innovation im Handel
  • Marketing und Kommunikation
  • Stadtgestaltung und Immobilien
  • Mobilität und Erreichbarkeit
  • Organisation und Zusammenhalt
  • Events, Belebung, Frequenz

Ziel ist es, die Plattform im Laufe der Zeit um weitere Projekte zu ergänzen. Aufgrund der Vielfalt der Konzepte, die von Imagekampagnen über Festivals bis hinzu Stadtgutscheinen reichen, bietet „Stadtimpulse“ einen echten Mehrwert für Kommunen, Händler:innen, Wirtschaftsförder:innen und Stadtmarketingbeauftrage sowie weitere Akteure der Innenstadtentwicklung.

Wie läuft die Zertifizierung ab?

Das Prinzip ist einfach: Jeder kann sein Projekt oder seine Idee einreichen und mit etwas Glück bald mit dem Zertifikat als „Best Practice“ werben. Damit ein Projekt durch die Fach-Jury, welche aus Vertretern des Initiatoren-Kreises besteht, zertifiziert wird, muss es in den folgenden Kriterien überzeugen:

  • Innovationscharakter (Alternativ wäre die Nennung eines regelmäßig weiterentwickelten Dauerbrenners möglich)
  • messbare Erfolge und (nachhaltige) Wirkungen
  • Vorbildfunktion, Übertragbarkeit
  • strategische Einbindung / Partnerschaften

Im Rahmen der Jury werden die eingereichten Projekte anschließend auf ihre Qualität im Hinblick auf die genannten Kriterien geprüft. Hierfür werden beispielsweise Presseberichte und weitere eingereichte Dokumentationen der Projektträger in die Analyse mit einbezogen, um möglichst klare Qualitätsstandards zu definieren. Aufgrund der beschriebenen Genauigkeit bei der Bewertung stellen die ausgewählten Projekte somit stets erprobte und bewährte Maßnahmen dar.

Die zertifizierten Projekte werden danach auf der Webseite durch umfangreiche Projektbeschreibungen vorgestellt. Zusätzlich werden Informationen zum Projekt-Fahrplan, zu vorhandenen Partnerschaften sowie zu finanziellen und personellen Aufwänden beschrieben. Aufgrund der Exaktheit der hinterlegten Informationen können Nachahmer bei der Übertragung einer Idee, den Umsetzungsprozess verkürzen und somit wichtige Zeit einsparen. Darüber hinaus können vorher bereits identifizierte Fehler vermieden werden.

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