Unser erster Blog-Eintrag der Reihe „City Apps“ zum Thema „City-App – digitales Abbild einer (Innen-)Stadt?“ hat Ihnen bereits einen groben Überblick über das Themenfeld gegeben. Im heutigen Beitrag zeigen wir Ihnen, welche Funktionen es gibt und warum die Redewendung „Weniger ist mehr!“ einmal mehr zutrifft.

Was können diese City-Apps denn eigentlich?

City-Apps gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, weshalb auch deren Funktionsumfang in den letzten Jahren enorm gewachsen ist. Damit Sie den Überblick nicht verlieren, haben wir Ihnen eine Übersicht erstellt, die die Funktionen nach Art und Zielgruppe weiter differenziert:

Die allgemeinen Funktionen einer City-App beziehen sich auf deren Grundaufbau. Einerseits ist es dabei wichtig, sich im Vornherein zu überlegen, in welchen App-Stores die App angeboten werden soll und, ob sie GPS-fähig sein soll. Andererseits ist die Frage nach regelmäßigen Aktualisierungen sowie die Entscheidung darüber, ob die App mehrsprachig aufgebaut sein soll, zu treffen. 

Nachdem die Branchen, die in die App eingebunden werden sollen, festgelegt wurden, können die Funktionen für die entsprechenden Unternehmen festgelegt werden. Je nach Branchenart bieten sich verschiedene Funktionen mal mehr, mal weniger gut an. 

Während es beispielsweise nötig ist, Tischreservierungen für Gastronomiebetriebe und Terminbuchungen für Dienstleister*innen anzubieten, reicht für andere Branchen vielleicht eine Darstellung in Profilen. Letztere können, je nach gewünschtem Umfang, mit weiteren Informationen ergänzt werden. 

Sofern Sie Funktionen für den Verkehr in Ihre City-App einbauen möchten, müssen Sie zwischen den Nutzer*innen und dem Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und den Nutzer*innen und dem Angebot des motorisierten Individualverkehrs (MIV) unterscheiden. Dies ist aufgrund der verschiedenen Ansprüche an die Funktionen zu begründen. 

Unterschiede zwischen ÖPNV und MIV

Während der ÖPNV seinen Kund*innen Informationen zu Haltestellen und Fahrplänen bereitstellen möchte, oder sogar einen Ticketverkauf über die App ermöglichen möchte, weichen die Funktionen, die für die Nutzung der Angebote des MIV nötig sind, deutlich hiervon ab. Beispielsweise müssten, für die Abbildung des motorisierten Individualverkehr in der App, Informationen zum aktuellen Stau-Geschehen oder zur Auslastung von Parkplätzen in Echtzeit verknüpft sein. Ferner sollte das Anzeigen von Tankstellen und E-Ladesäulen möglich sein sowie eine Bezahlfunktion für Parktickets eingebunden werden.

Sie möchten die App speziell für Ihre Bürger*innen interessant gestalten? Dann sollten Sie unbedingt Dienstleistungen in die App einbinden, die ansonsten nur analog im Rathaus zu erledigen waren. Oder Sie bieten Funktionen innerhalb der App an, die den Alltag der Bürger*innen erleichtern.

Neben bürokratischen Erledigungen, wie beispielsweise die Beantragung eines neuen Personalausweises, kann auch das Melden von Mängeln zur Zufriedenheit der Bürger*innen beitragen. Ferner können Informationen zur Abfallwirtschaft, wie ein Müllabfuhr-Plan, oder aktuelle Auskünfte zu Schulen, Kindergärten oder Universitäten als sinnvoll bewertet werden. 

Neben den Anliegen, die die Bevölkerung direkt mit der Verwaltung zu klären hat, gibt es einige weitere Bereiche, die insbesondere für die Bürger*innen einer Stadt von großer Bedeutung sind. Darunter fällt auch die Gesundheitsversorgung. Allerdings profitieren auch Touristen von einer schnellen Informationsmöglichkeit, beispielsweise im Falle eines Unfalls. 

Folglich sollten Informationen zu den Öffnungszeiten, Kontakt- sowie Adressdaten der örtlichen Apotheken, Krankenhäuser, Ärzte und Notdienste in der App gesammelt dargestellt werden. 

Zudem könnte das Angebot durch Informationen zur Accessibility ergänzt werden. 

Sowohl die Bürger*innen als auch die Touristen einer Stadt haben Interesse an den lokalen und regionalen Freizeitmöglichkeiten. Je mehr davon im Rahmen eines Veranstaltungskalender beworben, oder als Sehenswürdigkeit dargestellt werden, desto mehr erfüllt die App ihre Funktion als Marketing-Tool. 

Darüber hinaus könnten Vereine genauso gelistet werden, wie Spielplätze oder Ähnliches. 

Da Nutzer*innen die Inhalte bei klassischen Apps lediglich konsumieren, spricht man dabei häufig von sogenannten Consumern. Anders verhält sich dies bei City-Apps, bei denen die Nutzer*innen die Möglichkeit erhalten, selbst Ideen sowie Anregungen und Verbesserungsvorschläge mit einzubringen und ihre Daten mit dem Entwickler zu teilen. Folglich spricht man hierbei von Prosumern, also von Konsumenten die gleichzeitig auch Produzenten sind.  

Insofern lassen sich Funktionen, wie beispielsweise das Teilen von Fotos oder Texten sowie der Kontakt zur Verwaltung als Prosumer-Tätigkeiten identifizieren. 

Schließlich umfasst die Rubrik „Weitere Funktionen“ all diejenigen, die die City-App um weitere sinnvolle Tools ergänzen könnten. 

So zum Beispiel eine Favoriten- oder Merkliste. Oder aber eine integrierte Suchfunktion. Darüber hinaus könnte man mithilfe einer Kartenfunktion Geldautomaten sowie Briefkästen, aber auch öffentliche Toiletten oder W-LAN-Hotspots räumlich verorten. Ferner könnte ein QR-Code-Scanner angeschlossen oder aber eine Jobbörse sowie Informationen zum aktuellen Wetter dargestellt werden. 

Die Liste erhebt dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit. 

Viel hilft viel?!

Aufgrund der Vielfalt der möglichen Funktionen fällt es Verantwortlichen häufig schwer, die für Sie Relevanten festzulegen. Anstatt der Redewendung „Viel hilft viel!“ sollten Sie der Redensart „Weniger ist mehr!“ Gehör schenken. Im schlimmsten Fall wirkt die App zu überladen und die Nutzer*innen sind aufgrund der Menge an Funktionen überfordert. 

Damit eine passende Auswahl getroffen werden kann, gilt es die Ziele, die mit einer solchen City-App verfolgt werden soll, frühzeitig festzulegen. Des Weiteren unterscheiden sich die angebotenen Funktionen je nach Infrastrukturgeber. Deshalb sollte es vor einer Beauftragung stets zur Erarbeitung eines Lastenheftes kommen. 

Dieser Artikel informierte Sie über mögliche Funktionen einer City-App. Im nächsten Blog-Eintrag der Reihe „City Apps“ gehen wir genauer auf die Erfolgsfaktoren von City-Apps ein. 

Weitere Fragen?

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