Digitalisierung des Einzelhandels

Durch die Digitalisierung werden insbesondere stationäre Einzelhändler vor die Herausforderung gestellt, online auffindbar zu sein, um den Kunden auch nach Ladenschluss Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Viele werden online gar nicht erst gefunden, da es keine Online-Auftritte gibt. Der Kunde kann keinen Kontakt aufnehmen und er wird erst recht nicht per Zufall beim Einzelhändler vorbeischauen. 

Wir alle sind Konsumenten und informieren uns gerne beispielsweise vor einem Restaurant oder Cafébesuch, wie gut der Gastronom bewertet ist: Wer hat die beste Pizza Frankfurts? Der Kunde sucht sehr genau und will wissen, wo in dem gesuchten Bereich die beste Pizza zu finden ist. 

Jeder zweite Internetnutzer besucht nach der Online-Suche ein physisches Ladengeschäft. Die erste Anlaufstelle für Online-Recherchen ist die Suchmaschine Google. Heute ist es ein Muss, online auffindbar zu sein. Denn wer online nicht gefunden wird, existiert nicht den Köpfen der Leute. 

Mein Name ist Eva Gancarz. Ich beschäftige mich seit über 10 Jahren mit der Digitalisierung im Einzelhandel und kenne die Möglichkeiten für Händler und Städte, wie sie ihre digitale Sichtbarkeit und somit ihre Kundenanzahl vor Ort erhöhen können. 

Doch wie stehen Sie derzeit als Stadt oder Einzelhändler online dar? Mit unserem Online-Präsenz-Check analysieren wir erstmals Ihre Online-Sichtbarkeit und Social-Media-Auftritte. Wir zeigen Ihnen auf, wo Sie Defizite haben und wie Sie sich online besser positionieren. Dadurch können wir Ihnen konkrete Maßnahmen mit an die Hand geben, wie Sie sichtbarer werden und mehr Kundenfrequenz und sogar Umsatz erzielen – sowohl online, als auch offline. Auch eine Kontaktanfrage vom Kunden an Sie starten meistens im Internet. 

Seit über 10 Jahren unterstütze ich Einzelhändler und Städte erfolgreich dabei, schnell und effektiv digital sichtbar zu werden um mehr Kunden zu gewinnen und mehr Umsatz zu generieren! 

Durch meine langjährige Erfahrung habe ich in Zusammenarbeit mit zahlreichen Städten vielen Einzelhändlern dazu verholfen, dass sie eine höhere Online-Sichtbarkeit erlangen und auch offline mehr Umsatz erzielen. Ich habe ein effektives Programm entwickelt, mit dem Sie als Wirtschaftsförderer oder als Citymanager mit mir zusammenarbeiten können. So erhöhen wir gerne gemeinsam die digitale Sichtbarkeit Ihrer Einzelhändler in Ihrer Stadt. 

Als Einzelhändler, Gastronom und auch als Dienstleister erhalten Sie mehr Kundenkontakte, dadurch mehr Umsatz. Ihre Marke und Ihr Unternehmen wird besser wahrgenommen und neben Ihrem Geschäft haben Sie bestenfalls einen weiteren Verkaufskanal etabliert. 

Selbstabholung verboten – ein Kommentar von Andreas Haderlein

Die Selbstabholung (Click & Collect) ist oftmals eine Lieferoption in Online-Shops oder auf lokalen/regionalen Online-Marktplätzen, wo sich insbesondere der inhabergeführte stationäre Handel seit Jahren bemüht, auch digital für seine Kunden da zu sein. Diese Option muss nun, angesichts der Verordnungen zum 2. Corona-Lockdown vieler Bundesländer, mühsam „herausoperiert“ werden, will auch der nicht-systemrelevante Einzelhandel rechtssicher im Netz unterwegs sein. Ist das sinnvoll, fragt Andreas Haderlein.

So, ich erkläre jetzt einmal Politikern und Verordnungsschreibern eine Geschichte aus der Welt des lokalen Online-Handels, wo die Lieferoption „Selbstabholung“ oftmals elementarer Bestandteil des sog. Multi-Vendor Online-Shops ist und insbesondere für kleinere Händler – nicht nur für Media-Markt & Co. – eine wichtige Funktion hat.

In der Regel werden auf lokalen oder regionalen Online-Marktplätzen drei Lieferoptionen angeboten:

  1. Nationale Lieferung (kein Problem mit der Verordnung, bringt man ja zur Post oder ein Logistikunternehmen holt täglich Pakete ab)
  2. Lokale oder regionale Lieferung, oft auch als Lieferung am selben Tag angeboten, organisiert über einen gemeinschaftlich finanzierten oder subventionierten Lieferdienst, der die Ware auch im Geschäft abholt und dann zum Kunden bringt. Mit gegenwärtigen Auflagen sicherlich auch kein Problem.
  3. Und eben die Selbstabholung, neudeutsch: Click & Collect, um damit letztlich auch RoPo-Effekte (Research online, purchase offline), also online-induzierte Frequenzgewinne zu erzeugen.

Letztere ist ja nun in einigen Bundesländern lt. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung verboten. Wer sie also dennoch in seinem Online-Shop oder Marktplatz-Auftritt stehen hat, verstößt streng genommen gegen geltendes Recht – mit allen Konsequenzen.

Hier soll nun gar nicht darauf eingegangen werden, wie viel Mühe es kostet, sich als kleiner Händler überhaupt mit einem relevanten Produktdatenstamm zu digitalisieren und sich damit eben auch relevant online sichtbar zu machen, damit auch lokale Kunden wissen, was sie vor Ort kaufen können. Ich will Ihnen nur einmal die konzeptionell-technische Dimension vor Augen führen, die das Verbot der Selbstabholung tangiert.

Verordnungen sind schneller geschrieben als Code nachgebessert werden kann

Bestimmte Lieferoptionen im Nachhinein einfach rauszustreichen, ist nämlich mitunter schwierig und aufwändig. Erst recht, wenn bestimmte Lieferoptionen nicht für alle Produkte, sondern nur für einen Teil des Sortiments gelten sollen. Auch eine generalstabsmäßige Umstellung der Checkout- und Lieferkommunikation durch den Infrastrukturgeber (derjenige also, der die Marktplatz-Technologie bzw. den Multi-Vendor Online-Shop zur Verfügung stellt) ist mitunter sehr aufwändig. Denn von eingigen hundert oder tausend Händlern, die sich auf einer Plattform bewegen, ist ja vielleicht auch ein Lebensmittelhändler dabei, dem die Selbstabholung als systemrelevanter Versorger erlaubt ist.

Wie also, und das ist die entscheidende Frage, liebe Politiker und Verordnungsschreiber, soll man kurz vor Weihnachten und vielleicht auch noch nur für wenige Wochen rein technisch vorgehen, um die Selbstabholung im Checkout eines Online-Marktplatzes zu deaktivieren und damit rechtlich sauber auch online unterwegs zu sein?
Ich nehme die Antwort vorweg: Abschalten! Nur so könnte ich auch als Projektmanager und Kümmerer eines lokalen Online-Marktplatzes sicher verhindern, dass der eine oder andere Händler abgemahnt oder eben mit einer Ordnungsgsstrafe belegt wird.

Der Grund ist klar: Es fehlen die Ressourcen. Eine Shop-Funktion zu entfernen ist ja nicht das gleiche, wie einen Werbeaufsteller vor der Ladentüre am Abend wieder zusammenzuklappen und ins Kämmerlein zurückzustellen. Es sind mitunter viel oder im Mindesten Programmieraufwände oder Backend-Einstellungen nötig, für die ein um Existenz bangender inhabergeführter Laden gerade recht wenig Energie aufbringen dürfte. Und, ja, er kann und wird natürlich Kunden hinterhertelefonieren, wenn sie per Selbstabholung bestellt haben, es aber nicht abholen dürfen. Dann setzt sich der Händler eben selbst aufs E-Bike und fährt die Ware aus. Entscheiden Sie bitte selbst, ob dieser letzte Satz ironisch gemeint sein soll oder nicht!

Wir haben zur Zeit also nicht nur einen Personalnotstand bei Hilfskräften in Impf- oder Corona-Testzentren, sondern auch bis zum Anschlag überlastete Online-Shop-Besitzer, IT-Dienstleister, Programmierer und Infrastrukturgeber, die sich in diesem verdammten Jahr schon des Öfteren aufs rechtliche Glatteis begeben mussten. Etwa weil die Mwst-Umstellung nicht von heute auf morgen einzurichten war, weil es neben Lebensmittelkennzeichungsverordnung auch noch die Verpackungsverordnung, die Energieverbrauchskennzeichnung und und und gibt und in konsistentes Front- und Backend umgewandelt werden müssen.

Ist Abschalten, also das vom Netz nehmen der vielen tausenden kleinen Händlern, die sich in den vergangenen Jahren erfolgreich jenseits von eBay und Amazon digitalisiert haben, im Sinne der Politik? Ich glaube nicht. Ich hätte mir deshalb gerade in diesem Punkt mehr Sonderregelungen gewünscht – bei allem Verständnis für die Auflagen angesichts der Pandemie. So aber treiben wir nun noch den letzten Rest der Kundschaft, die gerne auch online lokal einkauft, zu Amazon & Co. – es sei denn auch Lieferdienste werden unverhofft als nicht-systemrelevant eingestuft. Dann bleibt unterm Weihnachtsbaum halt mehr Platz für Besinnung und das Krippenspiel.

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