Gorillas, Picnic & Co. – Die neue Art des Lebensmitteleinkaufs

Der Wandel im Zugang zu Lebensmittel ist in vollem Gange, häufig fällt in diesem Zusammenhang auch der Begriff des „convenient lifestyle“. Der Trend weg vom Selbst-Einkaufen hin zu Online-Supermärkten schreitet, bedingt durch Corona, noch schneller voran. Die Vorteile liegen auf der Hand: Einerseits müssen Lebensmittel nicht mehr tagelang gelagert werden. Darüber hinaus wird die Lebensmittelverschwendung drastisch reduziert. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Frische der gelieferten Ware. Für Endkunden bedeutet die Lieferung von Lebensmittel an die Haustür Zeitersparnis, Bequemlichkeit und Spontanität.

Der Platzhirsch – Die Gorillas Technologies GmbH

Gorillas Logo (© Gorillas Technologies GmbH)

Die Gorillas Technologies GmbH wurde Anfang des Jahres 2020 mit Sitz in Berlin gegründet. Das Unternehmen umfasst eine Online-Bestellplattform, angestellte Fahrradkuriere sowie vereinzelt Auslieferungslager in zentralen Lagen. Gorillas liefert in Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden sowie dem Vereinigten Königreich. Dabei fokussiert sich das Unternehmen hauptsächlich auf Großstädte. Die Unternehmensstrategie ist dabei sehr nachhaltig aufgebaut. Der Kern besteht aus dem Fahrradfahren und der sogenannten Fahrrad-Crew, die alle Fahrten mit E-Bikes durchführt. Das Unternehmen setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit lokalen Landwirten und Marken und Partnern vor Ort in der jeweiligen Stadt. Des Weiteren achtet Gorillas darauf, möglichst auf Plastik zu verzichten.

Die Produktauswahl ist eher im höherpreisigen Segment angesiedelt und begrenzt, wodurch besonders Personen angesprochen werden, die beispielsweise sehr viel arbeiten, somit wenig Zeit zum Einkaufen haben und häufiger Lieferservices nutzen. Einen Mindestbestellwert gibt es nicht, allerdings liegt der Lieferpreis bei 1,80€. Die bestellte Ware soll anschließend innerhalb von 10 Minuten nach Bestelleingang beim Kunden sein.

Der Lieferservice Gorillas liefert nicht aus einem Supermarkt, sondern aus eigenen Lagerräumen. Die Bezahlung erfolgt via PayPal oder Kreditkarte direkt in der App.

Der Konkurrent Flink

Flink Logo (© Flink SE)

Kurz nach dem Konkurrenten Gorillas wurde die Flink Lebensmittel GmbH Ende des Jahres 2020 gegründet. Im Juni 2021 folgte eine Kooperation mit dem Rewe-Konzern, wodurch das Unternehmen exklusiv mit Lebensmitteln durch die Supermarktkette versorgt wird. Das Liefergebiet umfasst neben Deutschland auch Städte in den Niederlanden und Frankreich. Hierbei liegt der Fokus insbesondere auf Großstädten.

Das Konzept ähnelt dem von Gorillas sehr. Kunden können montags bis samstags von 8 bis 23 Uhr ihre Bestellungen in der App aufgeben. Hierbei ist der Mindestbestellwert von einem Euro zu beachten. Hinzu kommt eine Liefergebühr von 1,80€. Anspruch des Unternehmens ist es, die bestellte Ware 10 Minuten nach Auftragseingang ausgeliefert zu haben. Die Lieferung erfolgt, wie beim Konkurrenten Gorillas, per E-Bike aus kleinen lokalen Lagern. In der App ist die Zahlung via PayPal oder Kreditkarte möglich.

Der niederländische Online-Supermarkt Picnic

Picnic Logo (© Picnic GmbH)

Die Gründung des niederländische Unternehmen Picnic erfolgte im Jahr 2015. Zunächst belieferte die Kompanie nur Städte in den Niederlanden. Seit 2018 wurde die Lieferung der Picnic GmbH nach und nach auf Städte in Deutschland, genauer in Nordrhein-Westfalen, ausgeweitet. Die Gründung der französischen Tochter Picnic SAS Anfang des Jahres 2021 hat das Ziel in Zukunft den französischen Markt abdecken zu können.

Kunden können per App bestellen. Der Mindestbestellwert liegt bei 35€. Nach Bestelleingang werden die Waren durch die Zulieferer in die Distributionszentren transportiert. Von dort aus erfolgt die kostenlose Lieferung zum Kunden per elektrischem Auto. Den Lieferzeitraum kann dabei der Kunde selbst wählen. Die Bezahlung erfolgt per Lastschriftverfahren oder Sofortüberweisung.

Der älteste Online-Supermarkt: Bringmeister.de

Bringmeister.de Logo (© Bringmeister GmbH)

Der bereits seit 1997 bestehende Online-Supermarkt Bringmeister.de gehört seit Januar 2017 zum Edeka-Verbund.

Kunden können im Großraum Berlin, Potsdam sowie München bestellen und erhalten die Ware montags bis samstags von 6 bis 24 Uhr per Lieferfahrzeug. Hierbei besteht die Möglichkeit zwischen einem 1-Stunden-Lieferfenster, einem 2-Stunden-Lieferfenster sowie einem 4-Stunden-Lieferfenster zu wählen. Montag bis Freitag besteht die Möglichkeit einer taggleichen Lieferung. Die Liefergebühren richten sich dabei nach der jeweiligen Lieferzeit sowie dem Bestellwert und liegen zwischen 0 und 6,99€. Der Mindestbestellwert beträgt 40€. Neben der Bestellung per App bietet Bringmeister.de auch Bestellungen über die Webseite an. Die klassischen Zahlungsmethoden wie PayPal, Kreditkarte, auf Rechnung oder per Lastschrift ergänzt Bringmeister.de um die Barzahlung und EC-Kartenzahlung an der Haustür bei Lieferung. Darüber hinaus können Kunden beim Einkauf DeutschlandCard Punkte sammeln.

Das türkische Start-Up Getir

Getir Logo (© Getir)

Der Online-Supermarkt Getir ist ein im Jahr 2015 gegründetes, türkisches Start-up. Neben einem Lieferservice für Lebensmittel umfasst das Portfolio auch einen Kurierdienst für Restaurants. Das Unternehmen bietet seine Dienste hauptsächlich in der Türkei und hier insbesondere in großen Städten an. Seit Februar können Kunden die App auch in London nutzen. Im Mai 2021 startete der Lieferservice in Amsterdam. Das Unternehmen möchte in den folgenden Jahren weiter in den europäischen Markt expandieren. Bereits Ende Februar wurde die Firmierung der Getir Germany GmbH abgeschlossen. Dies stellt den Grundstein für den Start in Berlin dar. 

Die wachsende Bedeutung des Onlinehandels im Lebensmittelbereich

Je nach Standort, Produktangebot oder Lieferservice lassen sich verschiedene Online-Supermärkte identifizieren. Die Anzahl dieser ist in den letzten Jahre stetig gewachsen. Bedingt durch die Corona-Krise erfuhren die Lieferdienste einen regelrechten Hype. Während die großen Marktführer, wie Picnic und Gorillas, bereits große Erfolge feiern, steht das türkische Start-up Getir in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Weitere Lieferdienste, wie beispielsweise knuspr.de, die deutsche Version des tschechischen Online-Lebensmittelhändlers Rohlik, stehen bereits in den Startlöchern. Und wieder ist eine klare Tendenz zu erkennen: Der Online-Handel auch für Lebensmittel gewinnt stetig an Bedeutung.

Corona – das Ende der Innenstädte?

Schon lange reden Experten von einer zunehmenden Verödung der Innenstädte, von einem Ladensterben und den Niedergang des urbanen Lebens. Die genannten Gründe sind vielfältig: Der zerstörende Autoverkehr, die Schließung großer Kaufhäuser oder aber die Unmengen an Fußgängerzonen, die einer Reizüberflutung gleich kommen. Darüber hinaus der zunehmende Einfluss des Online-Handels. Verschärft wird diese Entwicklung seit März 2020 durch die anhaltende Corona-Pandemie. Doch trägt tatsächlich das Virus an der Verschlechterung all dieser Dinge die Schuld? Und was können wir tun, damit die Innenstädte von morgen wieder attraktiv und belebend wirken?

Eine Wirtschaft und Stadt „vor“ Corona

Prognose für den Einzelhandel 2020: +2,5% (© Handelsverband Deutschland 2020, S. 10)

Allgemein lässt sich bei Betrachtung des Einzelhandelsumsatz in den letzen Jahren ein Positivtrend erkennen. Im Jahr 2019 lag dieser bei rund 564 Milliarden Euro, was einem Plus von rund 3% gegenüber dem Vorjahr entsprach (Handelsverband Deutschland (HDE) 2020). Diese Entwicklung hielt bis Anfang 2020 an: Die Gesamtwirtschaft wuchs moderat, der Arbeitsmarkt war in einer guten Verfassung, das verfügbarke Einkommen legte zu, die Sparquote lag stabil und das stetige Wachstum im Einzelhandel setzte sich fort.

Die Städte waren mit Leben gefüllt, hin und wieder ein Leerstand, ab und zu ein Stau auf einer Hauptverkehrsachse. Stadtfeste im Sommer, Wochenmärkte unter der Woche und Weihnachtsmärkte im Winter prägten die Innenstadt. Die größte Sorge der Einzelhandelsgeschäfte war der in den letzten Jahren stetig wachsende Online-Handel.

Und dann kam..

Am 27. Januar 2020 dann der Schock: Erster bestätigter COVID-19 Fall in Deutschland. Einen knappen Monat später wurde die Stadt Heinsberg im Februar zum „Epizentrum“ Deutschlands erklärt. Hintergrund hierfür war die rasche Ausbreitung des Virus aufgrund einer Karnevalssitzung mit einem infizierten Ehepaar. Danach nahmen die Fallzahlen deutschlandweit kräftig zu. Mitte März 2020 kam es zu den ersten wesentlichen Beschränkungen des öffentlichen Lebens durch Bund und Länder: Neben der Einführung von Kontakt- und Reisebeschränkungen und die Empfehlung der Absage von Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern, mussten zahlreiche Geschäfte aus dem Gastronomie- und Dienstleistungsbereich auf unbestimmte Zeit schließen. Die Auswirkungen auf die Wirtschaft waren enorm:

  • Der Arbeitsmarkt geriet unter Druck.
  • Mehr als 200.000 Geschäfte waren vom Lockdown betroffen und mussten schließen.
  • Die Verbraucher*innen gerieten in den Krisenmodus: Die Innenstädte wirkten wie ausgestorben.
  • Eine Vielzahl der Unternehmen rutschte in die Existenznot.
Geschlossenenes Geschäft (© Photo by Anastasiia Chepinska on Unsplash)

Im April und Mai kam es zu einer allmählichen Öffnung des öffentlichen Lebens, während die Maskenpflicht eingeführt wurde. Die Lockerungen hielten allerdings nur bis Oktober, beziehungsweise November an. Zunächst folgte der „Lockdown light“, kurze Zeit später aufgrund weiterhin hoher Infektionszahlen der „harte Lockdown“ im Dezember 2020. Die erste Schutzimpfung wurde am 26. Dezember verabreicht.

Das Jahr 2021 startete genau so, wie das vorherige Jahr endete: im Lockdown. Erst im März 2021 beschlossen Bund und Länder schrittweise Lockerungen für Regionen mit einer stabilen Inzident von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Darüber hinaus folgte die flächendeckende Bereitstellung von Schnelltests und ab 7. Juni auch die Aufhebung der zuvor im November 2020 festgesetzten Impfpriorisierung.

Die Fakten sprechen für sich

Größter Verlierer der Corona-Pandemie war der stationäre Einzelhandel in den innenstadtrelevanten Branchen (Uhren und Schmuck, Wohnmöbel, Fashion und Accessoires, etc.), welcher einen Umsatzverlust zwischen 21 und 39 Milliarden Euro im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr erlitt. Die Ausgaben für andere Warengruppen, wie Sanitätsbedarf/Pflege, Gartenspielgeräte sowie Puzzles und Werkstattzubehör nahmen hingegen deutlich zu. Dabei nahm der Anteil der Online-Einkäufe zeitweise massiv zu, wodurch die Kanalverschiebung weg vom stationären Handel beschleunigt wurde. Kompensieren konnte der Onlinehandel, der einen Zuwachs von fast 14 Milliarden Euro im Jahr 2020 gegenüber dem Jahr 2019 verzeichnen konnte, die enormen Umsatzverluste allerdings nicht (Handelsverband Deutschland 2021).

Der Weg aus der Krise

Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr mit den Corona-Hilfen die umfangreichsten Finanzhilfen in der Geschichte der Bundesrepublik auf den Weg gebracht. Ziel ist es, die Wirtschaft zu stabilisieren, Beschäftigten, Selbstständigen und Unternehmen durch die Krise zu helfen sowie das Gesundheitssystem zu stärken.

Darüber hinaus wurden viele Betriebe kreativ und entwickelten neue Vertriebsmöglichkeiten, wie Shopping per Video oder Telefon. Daneben wurde häufig auch „Click & Collect“ angeboten. Während im Jahr 2017 nur rund 13% der Befragten einer Umfrage der ECC-Köln wussten, was die Begrifflichkeit überhaupt bedeutet, waren es im Jahr 2021 bereits 74% (Handelsverband Deutschland 2021). Neben dem Aufbau vieler weiterer Vertriebskanäle, wie lokale Online-Marktplätze und Online-Shops, nahm in dieser Zeit die Bedeutung der digitalen Sichtbarkeit eines Unternehmens deutlich zu. Dies ist durch den Wandel des Kaufprozesses zu erklären, der heutzutage nicht mehr vor Ort im Geschäft, sondern von Zuhause im Internet beginnt.

Änderung des Kaufprozesses
Änderung des Kaufprozesses (© CIMA Beratung + Management GmbH)

Hierbei ist es für Gewerbebetriebe von großer Bedeutung, online sichtbar zu sein. Dies kann in Form eines Google My Business-Eintrags, einer eigenen Website, eines Online-Shops, einem Auftritt auf einem lokalen Online-Marktplatz oder Online-Schaufenster und/oder einem Profil auf einer der vielen Social-Media-Plattformen, wie Facebook und Instagram erreicht werden.

Hilfe gesucht?

Sie sind Inhaber*in eines Einzelhandelsgeschäfts, Regional- oder Stadtmanager*in oder Vorsitzende*r/Mitglied eines Gewerbevereins und möchten die Online-Präsenz ihres Unternehmens/der lokalen Unternehmen vor Ort analysieren? Oder Sie benötigen Unterstützung beim Aufbau Ihres eigenen Online-Shops oder möchten in Ihrer Stadt einen Onine-Marktplatz etablieren? Wir, das Projektbüro cima.digital der CIMA Beratung + Management GmbH, bieten ein umfangreiches Portfolio, um Sie bei der Digitalisierung zu unterstützen. Neben unserem Online-Präsenz-Check, der die Online-Sichtbarkeit vor Ort analysiert, bieten wir Workshops sowie Vorträge zu verschiedenen Themen an, die Sie bei der Initiierung, dem Umsetzen sowie der dauerhaften Etablierung Ihres Vorhabens unterstützen sollen.

Quellen

Bundesministerium der Finanzen (2021): Corona-Hilfen

Handelsverband Deutschland (HDE) (2019): Jahrespressekonferenz

Handelsverband Deutschland (HDE) (2020): Jahrespressekonferenz

Handelsverband Deutschland (HDE) (2021): Online Monitor 2021

Nachhaltigkeit und Online-Shopping: Das Problem der Retouren

Der Umsatz des Online-Handels wächst weiter. Im Jahr 2020 betrug dieser 73 Milliarden Euro. Ein Plus von fast 14 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr, was einem Anstieg von rund 23% entspricht. Insgesamt lag der Anteil des Onlinehandels am gesamtdeutschen Einzelhandel damit bei 12,6% im Jahr 2020 (Handelsverband 2021). Besonderen Aufschwung erhielt er in Zeiten der Corona-Lockdowns, während denen etliche Betriebe ihre stationären Geschäfte teils wochenlang schließen mussten und auf andere Vertriebskanäle angewiesen waren. Doch immer häufiger stößt man neben den vielen Vorteilen des Online-Handels auch auf die Schattenseiten des E-Commerce.

Onlineshopping – bequem, schnell und einfach

Die Vorteile des Onlineshoppings liegen auf der Hand: Kunden können unabhängig von den Öffnungszeiten die Produkte in den Warenkorb legen und sparen damit kostbare Zeit.

Darüber hinaus ist die Produktvielfalt riesig. Während der Platz im stationären Handel limitiert ist, können Online-Shops mehr Marken, mehr Produkte und somit mehr Vielfalt anbieten. Dies bringt einen weiteren Vorteil mit sich: die schnelle Vergleichbarkeit verschiedener Anbieter.

Ein weiterer Punkt bezieht sich auf die häufig günstigeren Preise und ausgewählten Rabatte, von denen man vor Ort meist nicht profitiert.

Da online geshoppte Produkte häufig kostenlos nach Hause geliefert werden, punktet der Online-Handel außerdem auch in puncto Bequemlichkeit.

Doch nicht so einfach und bequem wie gedacht

Obwohl das Shoppen im Internet viele Vorteile mit sich bringt, gibt es einige Risiken und Nachteile, die es zu beachten gibt: Während Kunden im stationären Geschäft als Käufer anonym bleiben können, müssen sie bei einem Einkauf im Netz ihre persönlichen Daten, wie Name, Adresse und gegebenenfalls Ihre Bankverbindung angeben. In der Regel achten die Shop-Betreiber auf den nötigen Schutz. Die Gefahr von Sicherheitslücken bestehen allerdings trotzdem.

Neben technischen Fehlern treiben auch Betrüger online ihr Unwesen. In Form von Fake-Shops oder falschen Preis- und Produktangaben versuchen sie, Kunden in ihre Falle zu locken. Hierbei können Rezensionen und Bewertungen gegebenenfalls auf Betrüger und negative Erfahrungen hinweisen. Als Kunde kann man sich auch an den sogenannten Gütesiegeln orientieren, die es ermöglichen, verlässliche Online-Shops zu identifizieren.

Ist die Anschaffung eines Gegenstands dringend, so besteht im Falle des Online-Shoppings die Gefahr der Warte- und Lieferzeiten. Während manche Produkte am nächsten Tag lieferbar sind, kann die Lieferzeit anderer Artikel deutlich darüber liegen.

Je nach Größe und Angebot eines Unternehmens kann es vorkommen, dass der Kunde die Lieferkosten übernehmen muss. Diese könnten gegebenenfalls beim Kauf vor Ort gespart werden. Des Weiteren gibt es häufig einen Mindestbestellwert, der erreicht werden muss.

Online-Shopping vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit

Die Frage, ob und wie sehr Online-Shopping die Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigt, ist umstritten.

Ein Argument das dafür spricht, ist, dass eine Menge Strom und Energie in stationären Geschäften eingespart werden kann, wenn Kunden statt in dem klimatisierten, mit Strom versorgten Geschäft einzukaufen, die Jeans online bestellen. Der Versand erfolgt dann gemeinsam mit vielen weiteren Paketsendungen an die gewünschte Adresse, wodurch Transportwege reduziert und individuelle Fahrten, beispielsweise mit dem PKW, vermieden werden können.

Auf der anderen Seite gibt es eine Vielzahl an Argumenten, die den Online-Handel mit einer schlechten Ökobilanz bewerten. Zu nennen ist hierbei insbesondere die soziale Nachhaltigkeit, die häufig in Verbindung mit dem Versandhandel gebracht wird. Neben Verstößen gegen den Mindestlohn findet sich häufig auch Kritik an den schlechten Arbeitsbedingungen für Beschäftigte der Zustellerfirmen sowie Versandhändler. Des Weiteren sorgt der enorme Verpackungsmüll, häufig in Form von Einwegverpackungen, beim Online-Handel für eine schlechte Nachhaltigkeitsbilanz.

Tipps für Verbraucher

Sie sind auf der Suche nach einem neuen Paar Sneaker oder möchten ein bestimmtes Buch verschenken? Das Erste was Sie tun, ist die bekannten Suchmaschinen nach Ihrem gesuchten Produkt zu durchforsten? Dann erkundigen Sie sich zunächst bei Ihrem Fachhändler vor Ort, ob er das gewünschte Produkt nicht für Sie bestellen kann.

Sollte dies nicht möglich sein, sodass Sie auf eine Bestellung im Internet angewiesen sind, versuchen Sie möglichst, in nachhaltigen Onlineshops einzukaufen. Diese versenden ihre Waren meist CO2-neutral und arbeiten häufig mit umweltfreundlichen und recycelbarer Verpackung. Darüber hinaus engagieren sie sich häufig für den Umwelt- und Klimaschutz, indem sie beispielsweise Ökostrom benutzen, sich für Themen wie Gleichstellung einsetzen oder sich bei ökologischen und sozialen Projekten mit einbringen. Nachhaltigkeits-Siegel, wie der „Blaue Engel“, „NATRUE“ oder „Fairtrade“ helfen Ihnen bei der Auswahl des richtigen Portals.

Vermeiden Sie Einzelbestellungen sowie Expresslieferungen. Durch Sammelbestellungen sowie Standardlieferungen können Paketdienstleister ihre Ladungen und Routen besser planen, wodurch dem Thema Nachhaltigkeit Rechnung getragen wird. Des Weiteren sollten Sie stets darauf achten, dass Sie selbst oder ein beauftragter Nachbar Ihre Lieferung annimmt. Hierdurch können zusätzlich notwendige Kilometer, die bei einer erneuten Zustellung nötig wären, vermieden und somit CO2-Emissionen eingespart werden.

Bestellen Sie nicht dreimal den gleichen Schuh in verschiedenen Farben und Größen und schicken zwei Paare wieder zurück. Den wohl größten Nachhaltigkeitskiller beim Online-Shopping stellen die Retouren dar. Obwohl die Retourenquote im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 von 17,8% auf 15,9% gesunken ist, nimmt die absolute Anzahl der Retourenpakete, aufgrund der steigenden Paketmenge während der Corona-Pandemie, zu (2019: 301 Mio.; 2020: 315 Mio., Handelsverband 2021, 26). Als Hintergrund für die sinkende Retourenquote lässt sich der Kauf von Produkten für den tatsächlichen Bedarf sowie die Anzahl neuer Kunden mit niedrigeren Retourenquoten nennen.

Quellen

Handelsverband Deutschland (HDE) (2021): Online Monitor 2021

bitkom-Positionspapier zur (digitalen) Innenstadt von morgen

Die „Zukunft der Innenstädte“ ist zweifelsohne ein Politikum. Die Verödung des Stadtkerns hat zwar durch die Corona-Pandemie eine neue Dynamik erlangt, ist aber ein seit Jahren präsentes Thema. Der offensichtlichste Verlierer dieser Entwicklung ist der stationäre Handel. Darüber hinaus verliert der Stadtkern als Ort des öffentlichen Lebens an Bedeutung, mitunter sogar seine identitätsstiftende Funktion für die Bevölkerung vor Ort. Gibt es also eine Zukunft nach Insolvenzen, Ladenschließungen und coronabedingtem Bröckeln des lokalen Gastronomieangebotes? Das Positionspapier „Maßnahmen zur Digitalisierung der Innenstädte“ des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V., kurz Bitkom, liefert zumindest gewichtige Teilantworten.

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Doppelinterview zur Zukunft von Innenstadt und Handel

In einem umfangreichen Interview mit dem Berliner Beratungsunternehmen eStrategy Consulting gehen Roland Wölfel, Geschäftsführer CIMA Beratung + Management GmbH, und Andreas Haderlein, Leiter des Projektbüros cima.digital, auf brennende Fragen zur Zukunft von Innenstadt und Handel ein.

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Perspektive Innenstadt 2035 – die Visionen der CIMA

Verknüpfte Unternehmen/Organisationen:CIMA Beratung + Management GmbH

Es gibt jene, die machen, und jene, die mit Visionen zum Arzt geschickt werden. Mir sind die Macher*innen mit Visionen am liebsten. Zu diesen zähle ich auch die Mitarbeiter*innen der CIMA Beratung + Management GmbH, ohne die wir wohl heute immer noch darüber sinnieren würden, ob Citymanagement und Stadtmarketing überhaupt sinnvolle Einrichtungen für das Wohl einer Innenstadt sind. (mehr …)

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