Smart City 3.0 – wo geht die Reise hin?

War früher noch die Rede von der Smart City, sprechen wir heutzutage von der Smart City 3.0. Immer mehr Städte greifen die Begriffe im Rahmen ihrer Entwicklungsstrategien mit auf und werben damit für ein besseres, bequemeres und effizienteres Leben. Doch wie unterscheidet sich die Smart City 1.0 von der neu-aufkommenden Smart City 3.0 und welche Veränderungen bringt sie mit sich? 

Smart City

Smart Cities im Allgemeinen sind durch den Einsatz neuer digitaler Technologien sowie des Internets der Dinge (IoT) geprägt. Der Begriff kam in den 2000er Jahren auf und wurde verwendet, um die auf Technologie basierten Veränderungen im Raum beschreibend zusammenzufassen. 

Da Smart Cities Veränderungen und Innovationen im gesamt-städtischen Raum mit sich bringen, wird in der Regel zwischen verschiedenen Handlungsfeldern unterschieden (Wikipedia 2022).

Der Hintergrund

Als Hintergrund für die Entstehung der Smart Cities werden einerseits die neuen, technologischen Möglichkeiten, andererseits die vielen wirtschaftlichen, sozialen sowie politischen Herausforderungen weltweit genannt. Letzteres umfasst dabei neben dem Klimawandel und dem demographischen Wandel auch die Ressourcenknappheit. Darüber hinaus wird häufig das andauernde Bevölkerungswachstum sowie die Umweltverschmutzung und seltener auch die Finanzkrise als Herausforderungen, denen sich Städte in der heutigen Zeit gegenüber stehen, genannt. 

Letztendlich ist eine Smart City jedoch mehr Weg als Ziel.

TK Elevator GmbH (Urban Hub)

Aufgrund der voranschreitenden Digitalisierung und der immer wieder neu-entwickelten Technologien ist das Ziel einer Smart City nie endlich, weshalb häufig neue Begrifflichkeiten, wie „Smart City 2.0“ und „Smart City 3.0“ Eingang in die Diskussion finden.  

Smart City 1.0 und 2.0

Obwohl es das Phänomen der Smart Cities noch gar nicht allzu lange gibt, können bereits heute verschiedene Entwicklungsstufen unterschieden werden. 

Die Smart City 1.0 ist insbesondere durch Top-Down-Ansätze geprägt. Demnach liegt die Entscheidung über den Einsatz von technologischen Neuerungen bei der Regierung. Häufig kommt es vor, dass hierfür komplett neue Städte gebaut werden, wie das Beispiel Songdo in Südkorea zeigt. 

Städte der Generation Smart City 2.0“ beziehen die Bedürfnisse anderer Stakeholder, wie beispielsweise der Bevölkerung, ebenso ein, wie der der Politik. Es finden Technologien Anwendung, die tatsächlich einen realen Nutzen vor Ort haben. Demnach folgt die Smart City 2.0 bereits stärker Bottom-Up-Ansätzen als ihr Vorgänger. Als Beispiel kann die spanische Stadt Madrid genannt werden. 

Die dritte Entwicklungsstufe, die Smart City 3.0, hat das Ziel die Bevölkerung bewusst in Prozess mit einzubinden. Dies soll mithilfe erhöhter Transparenz und umfänglicher Bürgerbeteiligung gelingen. 

Barcelona als Smart City 3.0

Die Stadt Barcelona kann als Vorreiter auf dem Weg zur Smart City 3.0 gelten. Mithilfe einer „Strategie für digitale Souveränität“ möchte die Stadt die Bevölkerung aktiv in die Entwicklung mit einbeziehen und ihnen zeigen, wie die neuen Technologien ihre Lebensqualität verbessern kann. Bürgern erhalten die Möglichkeit, Technologien auszuprobieren und zu testen. Das dadurch entstehende Know-how kann die Akzeptanz der Bürgerschaft fördern, so die Theorie. Das Ziel ist es mithilfe der neuen, digitalen Technologien die Bürgerpartizipation mit den Behördenansprüchen in Einklang zu bringen.

[...] we think, that citizens have power over data, that we need to give back power in the hands of the citizens in the digital age.

Francesca Bria (Chief Technology Officer der Stadt Barcelona)

Das Stadtentwicklungskonzept „Superblocks“ soll Häuserblocks zusammenfassen und hierdurch das Konzept für nachhaltige Mobilität fördern. Fußgänger und Radfahrer haben in diesen Superblocks Vorrang, Kinder können auf der Straße spielen. Ferner werden Hochbeete und Blumenkübel eingesetzt, um die Aufenthaltsqualität des Quartiers zu erhöhen. Darüber hinaus wurde die U-Bahn-Linie 9 mit intelligenten Aufzügen ausgestattet, die automatisch, kurz vor Einfahrt der U-Bahn auf Bahnsteigebene halten. Hierdurch kann Gedränge am Bahnsteig reduziert, die Mobilität der Fahrgäste gesteigert sowie der Energieverbrauch verringert werden. 

Die Stadt Barcelona bezieht neben den Bürgern auch Privatunternehmen stark in die Pläne auf dem Weg zur Smart City 3.0 mit ein. Der jährlich in Barcelona stattfindende Smart City Expo World Congress bietet hierzu die nötige Grundlage, um aktiv mit Technologiegiganten wie Philips, Schneider und Cisco in Kontakt zu treten. 

 

Wie geht es weiter?

Die Einbindung der lokalen Stakeholder einer Stadt, wie Bürger*innen und Unternehmen, ist in den letzten Jahren zu einem der größten Erfolgsfaktoren  auf dem Weg zu einer Smart City erwachsen. Durch die Weitergabe von Know-how sowie aktiver Kommunikation kann die Etablierung neuer digitaler Technologien funktionieren. Der als Bottom-Up-Ansatz beschriebene Weg löst dabei das ursprünglichen Top-Down gerichtete Modell ab. 

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl verschiedener Partizipationsangebote und Beteiligungsformate. Diese finden nicht nur bei Smart Cities Anwendung. Eine Übersicht möglicher Anwendungsbereiche finden Sie hier

City-App – Und der Erfolg kommt von allein?

Die beiden ersten Einträge der Blog-Reihe zum Thema „City-App“ haben Ihnen bereits einen Einblick gegeben. Im heutigen Beitrag erfahren Sie, wie Sie den Erfolg Ihrer App vor Ort messen und diesen weiter ausbauen. 

Wie messe ich den Erfolg?

Damit Ihre App keine „Eintagsfliege“ bleibt und zum Dauerbrenner wird, ist es nötig, regelmäßig die bisherigen Erfolge zu evaluieren. Dafür können sogenannte KPIs (Key-Performance-Indicator) herangezogen werden. 

Die wohl bekannteste Kennziffer ist dabei die sogenannte Downloadzahl. Da es für eine Person möglich ist, eine App mehrmals zu downloaden, ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass hierdurch die Statistik verfälscht werden kann. 

Deutlich genauere Aussagen liefert die Zahl der aktiven Benutzer. Diese wird in der Regel für einen bestimmten Zeitraum gemessen (Mixpanel o.J.)

Darüber hinaus kann die Nutzungshäufigkeit Ausschluss darüber geben, wer die App wie oft nutzt. Dabei kann zwischen Stammnutzern und Gelegenheitsnutzern entschieden werden. 

Ferner kann die Sitzungslänge gemessen werden. Diese gibt an, wie viel Zeit ein*e Nutzer*in in der App verbracht hat. Je nach Inhalten kann diese kürzer oder länger ausfallen (AT Internet 2019). 

Häufig verfügen City-Apps über eine Log-In-Funktion. Die Anzahl der Personen, die diese Funktion nutzen, kann ebenfalls zur Erfolgsmessung verwendet werden. 

 

Was sind die Erfolgsfaktoren einer City-App?

Der Erfolg einer City-App hängt von verschiedenen Faktoren ab. Diese sind abhängig von den  entsprechenden Zielgruppe und Zielen der App. 

In der Regel steht die Relevanz und der Mehrwert für den/die Nutzer*in an erster Stelle. Demnach gilt es, für die Zielgruppe „Touristen“ andere Angebote und Funktionen zu schaffen, als für Bürger*innen. 

Im Falle einer Bürger-App ist es empfehlenswert, die Möglichkeit einer Individualisierung und Personalisierung anzubieten. Als Beispiel kann hier das Hinterlegen der Wohnadresse gelten, um eine Push-Benachrichtigung für den Müllabfuhr-Kalender zu erhalten. 

Als weitere Erfolgsfaktoren lassen sich die sogenannte „User Experience“ (UX) und „Usability“ nennen. Erstere umfasst dabei den gesamten Prozess – vor, während sowie nach der Nutzung eines Produktes – und schließt somit die Usability mit ein (FOKUS UX UG o.J.). Eine gute Usability wird im Normalfall durch den/die Nutzer*in nicht wahrgenommen, eine schlechte hingegen schon. Ins Deutsche übersetzt, bedeutet der Begriff „Usability“ etwa „Gebrauchstauglichkeit“ oder „Benutzerfreundlichkeit“. Der Begriff „User Experience“ hingegen „Nutzungserlebnis“ (usability.de GmbH & Co. KG o.J.).

Entscheidend ist in diesem Zusammenhang auch die Ladezeit der App. Unnötig lange Ladezeiten führen zu einer Nicht-Nutzung der App. 

Daran anschließend ist das sogenannte User Interface zu nennen. Dieses muss ansprechend gestaltet sein und zu einer Nutzung der App anregen. 

„City-Apps“ müssen in den App-Stores von iOS und Android downloadbar sein. Diese Funktion ist unabdingbar. 

Des Weiteren ist das Marketing für den Erfolg einer App von enormer Bedeutung. Hierdurch können regelmäßig neue Nutzer*innen generiert und bestehende User*innen erhalten bleiben.  

Durch die Einbindung lokaler Stakeholder kann die Akzeptanz der App und somit ihr Erfolg gesteigert werden. Indem eine offizielle, städtische Stelle die Betreiber-Rolle der City-App einnimmt, kann das Vertrauen gesteigert werden. 

Und nun?

Mittlerweile wissen Sie, was eine „City-App“ ist und, was sie kann. Sie wissen, wie Sie den Erfolg messen und steigern können. Jedoch gibt es auch eine Menge an Herausforderungen, die bei der Einführung und beim laufenden Betrieb einer solchen „City-App“ aufkommen. Lesen Sie mehr dazu im nächsten Blog-Eintrag. 

City-App – smarter Alleskönner für die Hosentasche?

Unser erster Blog-Eintrag der Reihe „City Apps“ zum Thema „City-App – digitales Abbild einer (Innen-)Stadt?“ hat Ihnen bereits einen groben Überblick über das Themenfeld gegeben. Im heutigen Beitrag zeigen wir Ihnen, welche Funktionen es gibt und warum die Redewendung „Weniger ist mehr!“ einmal mehr zutrifft.

Was können diese City-Apps denn eigentlich?

City-Apps gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, weshalb auch deren Funktionsumfang in den letzten Jahren enorm gewachsen ist. Damit Sie den Überblick nicht verlieren, haben wir Ihnen eine Übersicht erstellt, die die Funktionen nach Art und Zielgruppe weiter differenziert:

Die allgemeinen Funktionen einer City-App beziehen sich auf deren Grundaufbau. Einerseits ist es dabei wichtig, sich im Vornherein zu überlegen, in welchen App-Stores die App angeboten werden soll und, ob sie GPS-fähig sein soll. Andererseits ist die Frage nach regelmäßigen Aktualisierungen sowie die Entscheidung darüber, ob die App mehrsprachig aufgebaut sein soll, zu treffen. 

Nachdem die Branchen, die in die App eingebunden werden sollen, festgelegt wurden, können die Funktionen für die entsprechenden Unternehmen festgelegt werden. Je nach Branchenart bieten sich verschiedene Funktionen mal mehr, mal weniger gut an. 

Während es beispielsweise nötig ist, Tischreservierungen für Gastronomiebetriebe und Terminbuchungen für Dienstleister*innen anzubieten, reicht für andere Branchen vielleicht eine Darstellung in Profilen. Letztere können, je nach gewünschtem Umfang, mit weiteren Informationen ergänzt werden. 

Sofern Sie Funktionen für den Verkehr in Ihre City-App einbauen möchten, müssen Sie zwischen den Nutzer*innen und dem Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und den Nutzer*innen und dem Angebot des motorisierten Individualverkehrs (MIV) unterscheiden. Dies ist aufgrund der verschiedenen Ansprüche an die Funktionen zu begründen. 

Unterschiede zwischen ÖPNV und MIV

Während der ÖPNV seinen Kund*innen Informationen zu Haltestellen und Fahrplänen bereitstellen möchte, oder sogar einen Ticketverkauf über die App ermöglichen möchte, weichen die Funktionen, die für die Nutzung der Angebote des MIV nötig sind, deutlich hiervon ab. Beispielsweise müssten, für die Abbildung des motorisierten Individualverkehr in der App, Informationen zum aktuellen Stau-Geschehen oder zur Auslastung von Parkplätzen in Echtzeit verknüpft sein. Ferner sollte das Anzeigen von Tankstellen und E-Ladesäulen möglich sein sowie eine Bezahlfunktion für Parktickets eingebunden werden.

Sie möchten die App speziell für Ihre Bürger*innen interessant gestalten? Dann sollten Sie unbedingt Dienstleistungen in die App einbinden, die ansonsten nur analog im Rathaus zu erledigen waren. Oder Sie bieten Funktionen innerhalb der App an, die den Alltag der Bürger*innen erleichtern.

Neben bürokratischen Erledigungen, wie beispielsweise die Beantragung eines neuen Personalausweises, kann auch das Melden von Mängeln zur Zufriedenheit der Bürger*innen beitragen. Ferner können Informationen zur Abfallwirtschaft, wie ein Müllabfuhr-Plan, oder aktuelle Auskünfte zu Schulen, Kindergärten oder Universitäten als sinnvoll bewertet werden. 

Neben den Anliegen, die die Bevölkerung direkt mit der Verwaltung zu klären hat, gibt es einige weitere Bereiche, die insbesondere für die Bürger*innen einer Stadt von großer Bedeutung sind. Darunter fällt auch die Gesundheitsversorgung. Allerdings profitieren auch Touristen von einer schnellen Informationsmöglichkeit, beispielsweise im Falle eines Unfalls. 

Folglich sollten Informationen zu den Öffnungszeiten, Kontakt- sowie Adressdaten der örtlichen Apotheken, Krankenhäuser, Ärzte und Notdienste in der App gesammelt dargestellt werden. 

Zudem könnte das Angebot durch Informationen zur Accessibility ergänzt werden. 

Sowohl die Bürger*innen als auch die Touristen einer Stadt haben Interesse an den lokalen und regionalen Freizeitmöglichkeiten. Je mehr davon im Rahmen eines Veranstaltungskalender beworben, oder als Sehenswürdigkeit dargestellt werden, desto mehr erfüllt die App ihre Funktion als Marketing-Tool. 

Darüber hinaus könnten Vereine genauso gelistet werden, wie Spielplätze oder Ähnliches. 

Da Nutzer*innen die Inhalte bei klassischen Apps lediglich konsumieren, spricht man dabei häufig von sogenannten Consumern. Anders verhält sich dies bei City-Apps, bei denen die Nutzer*innen die Möglichkeit erhalten, selbst Ideen sowie Anregungen und Verbesserungsvorschläge mit einzubringen und ihre Daten mit dem Entwickler zu teilen. Folglich spricht man hierbei von Prosumern, also von Konsumenten die gleichzeitig auch Produzenten sind.  

Insofern lassen sich Funktionen, wie beispielsweise das Teilen von Fotos oder Texten sowie der Kontakt zur Verwaltung als Prosumer-Tätigkeiten identifizieren. 

Schließlich umfasst die Rubrik „Weitere Funktionen“ all diejenigen, die die City-App um weitere sinnvolle Tools ergänzen könnten. 

So zum Beispiel eine Favoriten- oder Merkliste. Oder aber eine integrierte Suchfunktion. Darüber hinaus könnte man mithilfe einer Kartenfunktion Geldautomaten sowie Briefkästen, aber auch öffentliche Toiletten oder W-LAN-Hotspots räumlich verorten. Ferner könnte ein QR-Code-Scanner angeschlossen oder aber eine Jobbörse sowie Informationen zum aktuellen Wetter dargestellt werden. 

Die Liste erhebt dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit. 

Viel hilft viel?!

Aufgrund der Vielfalt der möglichen Funktionen fällt es Verantwortlichen häufig schwer, die für Sie Relevanten festzulegen. Anstatt der Redewendung „Viel hilft viel!“ sollten Sie der Redensart „Weniger ist mehr!“ Gehör schenken. Im schlimmsten Fall wirkt die App zu überladen und die Nutzer*innen sind aufgrund der Menge an Funktionen überfordert. 

Damit eine passende Auswahl getroffen werden kann, gilt es die Ziele, die mit einer solchen City-App verfolgt werden soll, frühzeitig festzulegen. Des Weiteren unterscheiden sich die angebotenen Funktionen je nach Infrastrukturgeber. Deshalb sollte es vor einer Beauftragung stets zur Erarbeitung eines Lastenheftes kommen. 

Dieser Artikel informierte Sie über mögliche Funktionen einer City-App. Im nächsten Blog-Eintrag der Reihe „City Apps“ gehen wir genauer auf die Erfolgsfaktoren von City-Apps ein. 

Weitere Fragen?

Sie möchten in Ihrer Stadt eine City-App etablieren und benötigen Hilfe bei der Erstellung eines Lastenheftes? Dann melden Sie sich bei uns!

„Social Commerce“ – die neue Art des E-Commerce?

Lange Zeit dominierten große Player wie Amazon, Ebay oder Otto den Handel im Internet. Der klassische E-Commerce, der insbesondere durch den Verkauf von Waren und Produkten über Online-Shops und Plattformen geprägt war, verliert zunehmend an Bedeutung. Als Ergänzung wird vermehrt der Begriff des „Social Commerce“ in die Diskussion gebracht. Doch was versteht man unter diesem Begriff und welche Vorteile können stationäre Händler*innen daraus ziehen? 

Social Commerce – was versteht man darunter?

Seinen Ursprung findet der Begriff im Jahr 2005, als Yahoo noch eine der relevanten Suchmaschinen im Netz war. Anders als Google, präsentierte sich die Webseite mit einer Vielzahl an Inhalten. Darunter auch die sogenannte Shoposphere Pick List. Diese präsentierte Artikel, die sich in verschiedenen Online-Shops zum damaligen Zeitpunkt besonders gut verkauften, wodurch die Aufmerksamkeit der User gezielt darauf gelenkt wurde (Shopify International Limited 2022). – Der Social Commerce war geboren! 

Social Commerce (© ROQQIO Redaktion)
Social Commerce (© ROQQIO Redaktion)

Doch was versteht man jetzt genau darunter?

Social Commerce, häufig auch als „Social Shopping“ bekannt, ist eine spezifische Art von E-Commerce. Bei dieser stehen die Kommunikation der Kunden untereinander, deren aktive Einbeziehung sowie die persönliche Beziehung zwischen Händler*in und Kundschaft im Mittelpunkt. Obwohl der Begriff häufig auf den Produktverkauf via Social Media reduziert wird, ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass er deutlich umfassender ist. 

Allen Ansätzen gemein ist, dass stets ein gewisses Maß an Interaktion des Händlers / der Händlerin mit seinen / ihren Kunden vorliegt. Dabei ist zweitrangig, ob die Interaktion über Rezensionen, Posts, Abstimmungen oder Erfahrungsberichte stattfindet. Auch Live-Shopping- und Streaming-Angebote fallen in die Kategorie des Social Commerce. 

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass nicht mehr länger nur der Online-Shop des Unternehmens direkt das Ziel der Kunden ist, sondern, dass sie durch andere Kanäle, wie Social Media oder Blogs auf die Produkte aufmerksam gemacht werden und den Kaufabschluss direkt über diesen Kanal auch abschließen können. Hierdurch wird die Customer Journey vereinfacht und das Shopping-Erlebnis für den Kunden bequemer gestaltet. Besonders relevant für den Social Commerce sind dabei folgende Plattformen:

  • Facebook
  • Twitter
  • Instagram
  • Pinterest
  • YouTube
  • Snapchat
  • TikTok

Aktuelle Entwicklungen

Als Hintergrund für die Entstehung und den Erfolg von Social Commerce lässt sich die zunehmende Nutzung mobiler Endgeräte, wie Smartphones und Tablets, und mobiler Applikationen (Apps) nennen. Durch diese nimmt die Frequenz auf den klassischen Suchmaschinen, wie Google, dramatisch ab. Des Weiteren kann die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen (Geschäftsschließungen, Zwang nach alternativen Handlungsformaten) als Brandbeschleuniger deklariert werden. 

Knapp zwei Drittel (64 %) der befragten Social-Media-Nutzer gaben an, im letzten Jahr einen Social-Commerce-Kauf getätigt zu haben [...].

Accenture 2022

Allerdings zeigt sich diese Expansion auch am wachsenden Anteil des Social Commerce am Jahresumsatzes des E-Commerce. Weltweit erwirtschaftete der Bereich Social Commerce im Jahr 2021 einen Umsatz von rund 492 Milliarden Dollar. Dieser soll sich bis ins Jahr 2025 fast verdreifachen und damit ein Volumen von rund 1,2 Billionen Dollar erreichen. Der Anteil des Social Commerce an allen E-Commerce-Ausgaben würde damit von 10% im Jahr 2021 auf 17% im Jahr 2025 steigen (Accenture 2022). Insbesondere die Generationen Y und Z treiben dieses Wachstum voran. 

Als Vorreiter im Hinblick auf Social Commerce gilt insbesondere der asiatische Raum. Dabei vor allem China. Anders als bei uns, läuft der Großteil des Online-Handels dort bereits heute schon mobil ab. 

Acht von zehn Social-Media-Nutzer in China greifen auf Social Commerce zurück, um Einkäufe in einer bestimmten Kategorie zu tätigen.

Accenture 2022

Soziale Plattformen wie WeChat, QQ, Weibo und Co. bieten eine Vielzahl an Funktionen in ihren eigenen Ökosystemen an. Dadurch sind die Nutzer*innen nicht länger gezwungen, auf die traditionellen Suchmaschinen auszuweichen, um beispielsweise den Kaufabschluss zu tätigen (SEARCH ONE 2020). 

Und wie nutze ich Social Commerce als Händler*in?

Schließlich lässt sich festhalten, dass die Zeit der großen Marken und Big-Player lange vorbei ist. Mittlerweile bietet Social Commerce insbesondere kleinen Marken und Unternehmen neue Chancen und Möglichkeiten, ihre Produkte an den Mann / die Frau zu bringen. Ferner bietet der Begriff „Direct-to-Customer“ Herstellern die Möglichkeit, direkt als Händler aufzutreten. 

In Zukunft wird die Kaufentscheidung zunehmend durch Empfehlungen und Inspiration sowie dem Kontext geprägt, in dem sie stattfindet. Weniger wichtig wird dann die Markenbekanntheit sein, die dabei viele Jahre lang dominierte. Authentizität und Vertrauen bieten insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen die Möglichkeit, den Social Commerce erfolgreich für sich zu nutzen. 

Ausblick

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Social Commerce in den letzten Jahren einen regelrechten Hype erlebt hat. Während der asiatische Raum lange Zeit als Vorreiter galt, werden zunehmend auch immer mehr Unternehmen der westlichen Welt die Chancen nutzen, um die Customer Journey ihrer Kundschaft auf ein neues Level zu heben. 

City-App – digitales Abbild einer (Innen-)Stadt?

In den letzten Jahren ist ein neuer Trend zu erkennen: Immer mehr Städte und Kommunen bringen ihre eigenen City-Apps auf den Markt. Diese sollen vorhandene Internetauftritte und analoge Medien ergänzen, stehen häufig aber in Konkurrenz zu bereits bestehenden App-Angeboten, die durch die Abfallwirtschaft oder Mobilitätsunternehmen bereitgestellt werden. Anstelle einer App für die ganze Stadt, gibt es in der Regel eine Mobilitäts-App, eine Müllabfuhr-App und eine App für das Sammeln von Treuepunkten. Meist lautet das formulierte Ziel: eine App für Alles! Doch welche Punkte muss ich als Stadt bei der Einführung einer City-App beachten? Und wie finde ich den richtigen Anbieter? In unserer neuen Blog-Eintrag-Serie zum Thema „City Apps“ erhalten Sie Antworten auf diese und viele weitere Fragen.

City-App – Was ist das eigentlich?

City-Apps ergänzen das bereits bestehende Angebot städtischer (Online-)Auftritte. In den meisten Fällen existiert schon eine städtische Webseite oder eine vergleichbare Plattform, deren Angebot und Funktionen durch die App erweitert werden sollen. City-Apps stellen somit die Weiterentwicklung der bereits bestehenden Angebots dar. Häufig gelten sie aber auch als Vorstufe zur „Smart City“, die eine intelligente Vernetzung aller Lebens- und Wirtschaftsbereiche einer Stadt beschreibt.

City-Apps als Informationsmedium bieten Städten und Verwaltungen die Möglichkeit, Informationen zu verschiedenen Themen in die Masse zu streuen. Dabei gilt die App als Ergänzung zur klassischen Webseite oder zum analogen Freizeitführer. 

City-Apps als Interaktionsmedium bieten Städten und Verwaltungen eine neue Art und Weise, mit ihrer Bürgerschaft oder Besucher*innen in Kontakt zu treten. Dabei können verschiedene Schwerpunkte gesetzt werden: Bürgerbeteiligung, Digitale Verwaltung, etc. 

City-Apps als Marketing-Tool bieten Städten und Verwaltungen neue Möglichkeiten die Attraktivität zu steigern. Mithilfe von Gamification-Ansätzen wird die Stadt neu erlebt. Darüber hinaus kann die lokale Wirtschaft gefördert und deren Sichtbarkeit erhöht werden.

Wer wird zum Betreiber?

Neben Verwaltungen und Stadtwerken kommen auch Werbegemeinschaften und -vereine sowie das Stadtmarketing als Betreiber in Frage. Seltener werden City-Apps direkt durch den Infrastrukturgeber, der die passende Technik liefert, betrieben. 

Je nach Art der App und Umfang der Funktionen bedarf es mehr oder weniger Arbeitsaufwand. Ob der entstehende Mehraufwand durch das vorhandene Personal gedeckt werden kann, oder ob extra Personal nötig ist, lässt sich nicht pauschal ermitteln. 

Da City-Apps häufig als erster Schritt in Richtung „Smart City“ gelten, wird das Thema häufig in die entsprechenden Zuständigkeitsbereiche der Städte gelegt. Nicht selten findet das Thema Platz beim Chief Digital Officer, Chief Information Officer oder wird zur Chefsache erklärt und direkt im Dienstbereich des Bürgermeisters angesiedelt. Tritt die Stadt als Betreiber auf, kann dies die Transparenz erhöhen und die Akzeptanz in der Bürgerschaft steigern. 

Wer ist die Zielgruppe?

Eine App sollte stets die Anforderungen und Wünsche ihrer Zielgruppe berücksichtigen. Dabei kann bei City-Apps zwischen einer Vielzahl an Akteuren unterschieden werden:

  • Bürger*innen
  • Unternehmen
  • Tourist*innen (Übernachtungs- und Tagungsgäste)
  • Bevölkerung aus dem Umland
Für den Erfolg einer App ist es ferner wichtig, die Zielgruppen weiter auszudifferenzieren. Beispielsweise im Hinblick auf verschiedene Altersgruppen und Interessen. Eine weitere Einteilung lässt sich in die beiden Gruppen der Digital Natives und Digital Immigrants vornehmen. Während Digital Natives mit dem Internet, Social Media Kanälen sowie Computern und Smartphones aufgewachsen sind und diese wie selbstverständlich beherrschen und bedienen, kamen Digital Immigrants erst im Erwachsenenalter in Berührung mit diesen digitalen Technologien. 

Ferner müssen auch potenzielle Zielgruppen der App berücksichtigt werden, da sich diese eventuell im Vorfeld ihrer Entscheidung über die App informieren.

Was ist das Ziel der City-App?

Bei der Entwicklung einer App spielt neben der Identifikation der Zielgruppen auch das Festlegen von späteren Zielen eine wichtige Rolle. Die Ziele stehen dabei in enger Verbindung zu den Zielgruppen und vice versa. 

Meist werden City-Apps eingesetzt, um die Verwaltung zu optimieren. In diesem Zusammenhang spricht man häufig auch von E-Governance. Übergeordnete Ziele sind eine verbesserte Nutzung und mögliche Einsparung finanzieller und personeller Ressourcen, eine erhöhte Transparenz des Verwaltungshandeln sowie neue Möglichkeiten zur Partizipation und Bürgerbeteiligung

Ferner bieten Apps eine vereinfachte Kommunikation mit den Bürger*innen einer Stadt, wodurch die städtische Vernetzung im Allgemeinen verbessert wird. Dadurch kommt es zu einer gesteigerten Zufriedenheit der Bewohner. Das Leben und Arbeiten in der Stadt wird vereinfacht. 

In Bezug auf Touristen können City-Apps als Marketinginstrument genutzt und somit zur Imagesteigerung beitragen. Ferner dienen die Apps zu einer besseren Orientierung innerhalb der Stadt. 

Seltener werden City-Apps tatsächlich zur Umsatzgenerierung genutzt. 

Ausblick

Nach dieser Einführung haben Sie einen groben Überblick über das Thema „City Apps“. Im nächsten Blog-Eintrag lesen Sie alles zu den möglichen Funktionen und den Vorteilen einer solchen City-App für Ihre Stadt. 

Sollten Sie Fragen zum Thema haben oder Unterstützung bei der Einführung einer City-App in Ihrer Stadt benötigen, dann melden Sie sich bei uns

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Das Bundesinnenministerium sucht gegenwärtig „Smart Cities made in Germany“. Die Ausschreibung erfolgt gemäß des Koalitionsvertrages. Gemeinsam mit der KfW will man zunächst zehn Modellprojekte fördern. (mehr …)

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