Shoppingtourismus – Wie der Tourismus den Einzelhandel beeinflusst

Der stationäre Einzelhandel steht in den letzen Jahren mehreren Herausforderungen gegenüber. Zu nennen hierbei ist besonders die Digitalisierung sowie der daraus resultierende E-Commerce. Für eine Vielzahl der Innenstädte bietet der Tourismus daher einen Stabilisierungsfaktor. Denn Shopping stellt für viele Touristen eine wichtige Urlaubsbeschäftigung dar. Weitaus wichtiger ist allerdings die Tatsache, dass dieses touristische Einkaufsverhalten dabei nicht in Konkurrenz zum Online-Handel steht.

Der deutsche Tourismus in Zahlen

Im Jahr 2019 zählten die Hotels und sonstigen Beherbergungsbetriebe in Deutschland rund 495,6 Millionen Übernachtungen. Damit wurde das zehnte Jahr in Folge ein neuer Rekordwert erreicht. Während der Anteil der Übernachtungen inländischer Gäste um 3,9% auf 405,7 Millionen gegenüber dem Jahr 2018 anstieg, verzeichnete die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste ein geringeres Wachstum (2,5% auf 89,9 Millionen). Dieser Trend ist im 10-Jahresvergleich allerdings andersherum ausgeprägt: Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland stieg nur um rund 29,3%, wohingegen die Übernachtungszahlen ausländischer Gäste ein Plus von 64% verzeichneten (Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie 2021).

Als Hauptreiseziel innerhalb Deutschlands lässt dich das Bundesland Bayern, vor den Ländern Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, identifizieren.

Insgesamt generierte der Tourismus in Deutschland im Jahr 2015 einen Gesamtkonsum von rund 287,2 Milliarden €. Hiervon entfielen 52,2 Millarden € auf Gaststättenleistungen, 49,7 Milliarden € auf den Bereich Shopping. Weitere 35,8 Millarden € setzen die Beherbergungsbetriebe um (Deutscher Tourismusverband e.V. 2020).

Urlaub in Deutschland – Zeit zum shoppen

Während für ein Großteil der Befragten Aktivitäten, wie der Besuch von kulturellen oder historischen Sehenswürdigkeiten (58%), der Aufenthalt in der Natur (56%), ausgiebige Spaziergänge (36%), das Genießen von typischen Speisen und Getränken (35%) sowie die Zeit mit der Familie (35%) und der Besuch von Events und Veranstaltungen (30%) im Vordergrund steht, wird häufig auch das Thema „Shopping und Einkaufen“ (17%) als Zeitvertreib während eines Urlaubsaufenthalts genannt (Deutscher Tourismusverband e.V. 2020).

Gründe, die für das Shoppen auf Reisen sprechen, sind neben der Entschleunigung, wodurch die Touristen mehr Zeit und Ruhe zum Einkaufen haben, auch das Mitbringen und Verschenken von Souvenirs sowie das Erwerben besonderer Produkte, die es in dieser Form am Heimatort nicht gibt.

Während vorzugsweise Lebensmittel und Getränke (37,2%), Bekleidung (26,5%), Drogerie- und Parfümartikel (10,5%) von Touristen erworben werden, geben 12,5% der Befragten, einer Umfrage der CIMA Beratung + Management GmbH nach, an, keinen Einkauf im Handel vor Ort getätigt zu haben (Deutscher Tourismusverband e.V. 2020).

Fazit

Die Zahlen verdeutlichen, dass der Tourismus in Deutschland großen Einfluss auf den Einzelhandel und dessen Umsätze hat. Darüber hinaus wird das Potenzial des Shoppingtourismus deutlich. Während der Onlinehandel das alltägliche Einkaufsverhalten von Einheimischen direkt beeinflusst, betrachten Touristen stets das Angebot vor Ort und lassen sich hierbei nicht durch weitere Angebote manipulieren.

Als Stadt oder Kommune gilt es, den touristischen Zielgruppen entsprechende Angebote zu schaffen und anzubieten. Wir, das Team der CIMA Beratung +Management GmbH, können Ihnen dabei helfen, die Ansprüche an Ihren Standort zu identifizieren und diese vor Ort anhand zielgerichteter Maßnahmen umzusetzen.

Quellen

Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (2021): Shoppingtourismus als Chacnce für den Einzelhandel und Innenstädte in Bayern.

Deutscher Tourismusverband e.V. (2020): Zahlen Daten Fakten 2020. Das Tourismusjahr 2019 im Rückblick.

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